Allgemeines



Die Entwicklung der Rebsorten in Australien spiegeln auch bis zu einem gewissen Grad die Geschichte der Einwanderung und der Kultivierung des Landes wider. Heute ist Australiens Weinkultur wohl genau so "sophisticated" wie die in Frankreich oder Italien.
In den sechziger Jahren erlebte der australische Weinbau eine gewaltige Zäsur von der er heute profitiert. Bis dahin dominierten plumpe, schwere Süßweine. Relativ wenige Sorten prägen heute das Geschmacksbild des australischen Weines. Neben dem Top-Duo australischer Weinsorten - dem roten Shiraz und dem weissen Chardonnay - können Weinfreunde noch eine Reihe weiterer Sorten finden, die zum Teil echte Raritäten sind.

Anbieter von australischem Wein finden Sie in unserem Online-Marktplatz


Cabernet Franc



Rote Rebsorte, ist der „kleine Bruder“ vom Cabernet Sauvignon und auch mit dem Merlot verwandt. Ursprungsgebiet sind ursprünglich das Burgund und das Loiretal, wo er heute hauptsächlich angebaut wird. Die Sorte ergibt einen guten Prädikatswein mit einem angenehmen Geschmack.

In Australien wächst die Anbaufläche stetig.

weitere Bezeichnungen: Bouchet [Libournais] und Breton [Loire]


Cabernet Sauvignon



Rote Qualitätsrebe, verwandt mit dem Cabernet Franc und dem Merlot. Die Rebe dominiert im Médoc und in der Region der Graves (südlich von Bordeaux). Sie ist heute weltweit verbreitet. In der Regel ergibt sie einen lagerfähigen Wein, der oftmals, egal ob in Australien, Argentinien, Südafrika, Usbekistan oder Kalifornien angebaut, ähnlich schmeckt. Unter den richtigen Klimavoraussetzungen und einer entsprechenden Keltertechnik und Weinbergspflege können mittelschwere bis körperreiche Cabernet Weine von kräftigem Aroma und großartiger Struktur entstehen.

Die australischen Winzer verschneiden - ähnlich wie ihre Kollegen in Bordeaux - gerne den Cabernet mit anderen Rebsorten, einschließlich dem Merlot. Der Verschnitt von Cabernet Sauvignon und Shiraz ist jedoch einzigartig für Australien. Die Farben können von intensiven Rottönen mit Spuren von Lila bis hin zu ziegelrot reichen und im Alter Brauntöne aufweisen. Primäre Aromen: grüner Pfeffer, Zimt, Eukalyptus, Laub, Minze, Veilchen, Beeren, staubig, schwarze Johannisbeere (Cassis) und Tinte. Im Alter entwickelte Duftnoten: erdig, staubig, mit Anklängen an Zigarrenkistenholz, Zedernholz, Schokolade, Tabak und Kaffeebohnen.
Schwerpunkt des Anbaus in Australien (Auswahl): Seit 1860 wurde Cabernet Sauvignon im Yarra Valley in der Nähe von Melbourne angepflanzt. Einige der besten australischen Cabernet Sauvignons kommen aus den geographisch unterschiedlichsten Regionen wie z.B. Coonawarra in Südaustralien, dem Yarra Valley in Victoria und dem Margaret River in Westaustralien.


Chamboursin



Eine rote französische Hybridrebe, die erst 1963 gezüchtet wurde. Obwohl sie in Frankreich angebaut wird, ist sie hier nicht einmal in den Vins de Pay zugelassen. Sie dient insbesondere auch als Farbwein. Als junger Wein erinnert er im Geschmack an dunkle Kirschen und Pflaumen mit einem würzigen Unterton. Der Chamboursin gilt weltweit als eine der am besten gelungenen Neuzüchtungen.

Schwerpunkt des Anbaus in Australien: New South Wales


Chardonnay



Burgundische, weiße Qualitätsrebe. Sie ist die weltweit führende Weißweinrebe und wird heute in zahlreichen anderen Regionen der Welt (u.a. auch in Deutschland) angebaut. In Frankreich findet man sie häufig in der Champagne und dem Franche-Comté. Sie ergibt einen feistrukturierten Wein, der lange lagerfähig ist. Seine Popularität verdankt der Chardonnay seinen gehaltvollen Aromen und ansprechenden Fruchtnoten. Die Farbpalette der Weine reicht von lichtem Strohgelb bis zu tiefem Goldgelb. Im Bouquet erinnern sie an Apfel, Grapefruit, Zitrone, Limette, Ananas, Melone, Pfirsich und tropischen Früchten. Mit dem Alter entwickeln Sie Fruchtaromen von Honig, Feige, Haselnüssen und Toast. Je nach Vinifizierung können diese Weine auch eine buttrige und/oder cremige Textur aufweisen. Die Rebsorte eignet sich gut für den Ausbau in Barriques: Durch den Ausbau in Eichenfässern wird der Wein bereichert um Aromen von Vanille, Zedernholz oder einem Würz- bzw. Teerton.

Die besten Chardonnay-Weine kommen heute aus Kalifornien und Australien. Die australischen Weine fallen je nach Anbauregion sehr unterschiedlich aus. Der erste australische Chardonnay wurde in den frühen Siebzigern hergestellt.

weitere Bezeichnungen: Morillon [Steiermark], Beaunois und Aubaine [Burgund]


Chenin Blanc



Sie ist die wichtigste weiße Rebsorte im Loiretal, die dort feine und ausgewogene Weine hervorbringt. Die Rebe ist stark in Übersee verbreitet. In Kalifornien ergibt sie einen einfachen Tischwein, in Südafrika ist sie die wichtigste weiße Rebsorte.

In Australien, wo sie auch als Pineau de la Loire bekannt ist, wird ein vornehmer, frischer Weißwein erzeugt.

weitere Bezeichnungen: Pineau de la Loire [Loiretal, Australien], Steen [Südafrika]


Colombard



Weiße Rebsorte, die aus dem Südwesten Frankreichs stammt und dort häuptsächlich einfachere Landweine hervorbringt. In Kalifornien ist sie häufig Bestandteil einfacher Weinverschnitte.

Auch in Australien wird sie selten sortenrein ausgebaut; sie dient insbesondere als Säuredepot.

weitere Bezeichnung: French Colombard [Kalifornien]


Grenache



Rote Rebsorte, die in ihrer Heimat Spanien weit verbreitet ist (u.a. Navarra). In Frankreich wird sie hauptsächlich in einigen Gebieten des französischen Midi (Banyuls oder Châteauneuf-du-Pape) angebaut. Sie ergibt einen sehr gehaltreichen und warmen Wein.

Bis 1960 war Grenache die vorherrschende rote Rebsorte in Australien. Aufgrund ausdrucksloser Massenprodukte kam sie in Verruf. Sie diente damals der Herstellung von Roséweinen, trockenen Rot- und edelsüßen Dessertweinen. In Australien setzten sich die Anpflanzungen von Shiraz und Cabernet Sauvignon ab 1960 vermehrt durch, als sich eine Entwicklung hin zum Tafelwein abzeichnete.
Erst neuerdings wird wieder versucht, charaktervolle rote Weise (oft im Verschnitt mit Mouvèdre) zu erzielen. Grenache wurde häufig für Cuveés verwendet, wobei der Name selten auf dem Etikett erschien. Heute werden aus Grenache (häufig von älteren Rebstöcken) rebsortenreine Weine oder Cuvées produziert. Diese Weine sind normalerweise leichte bis mittelschwere Weine von intensiver dunkelroter Farbe. Primäre Fruchtaromen erinnern an: Gewürze, Blumen, Parfüm, karamelisiertes, Kirschen, Himbeere, Pflaumenmus, Pflaume und Lakritze. Im Alter entwickelte Duftnoten: stoffig, erdig, wohlschmeckend, an Wildbret erinnernd.

weitere Bezeichnungen: Granacha [Spanien]


Malbec



Die Rebe heißt eigentlich Côt und wird im Gebiet von Bordeaux Malbec genannt. Hier findet sie oft Verwendung in der Herstellung roter Bordeaux. Sie ist auch Bestandteil des roten Cahors-Weines und findet sich auch in zahlreichen großen kalifornischen Rotweinen. Neben Cahors ist insbesondere Argentinien das Hauptanbaugebiet dieser Rebe.

In Australien wird der Bestand gegenwärtig verstärkt gerodet.

weitere Bezeichnungen: Côt [Westfrankreich], Malbeck [Argentinien], Pressac [Bordeaux], Auxerrois [Cahors] sowie ca. 400 weitere Namen


Marsanne



Weiße Rebsorte, die hauptsächlich im Gebiet der Hermitage (Tournon-sur-Rhône) angebaut wird. Die Rebe erfreut sich gegenwärtig einer stetig steigenden Beliebtheit. Primäre Fruchtnoten sind Zitrone und Honig, und bei längerer Flaschenlagerung können die Weine an Honig und Geißblatt erinnern. Im allgemeinen handelt es sich um mittelschwere bis schwere Weine mit erfrischender, prickelnder Säure.

Schwerpunkt des Anbaus in Australien: Im Goulburn Valley im Bundesstaat Victoria

weitere Bezeichnungen: Ermitage Blanc [Schweiz]


Merlot



Rote Rebsorte, verwandt mit dem Cabernet Franc und dem Cabernet Sauvignon. Sie dominiert den Weinbau im Libournais (Pomerol und Ste.Émilion) und findet sich als Bestandteil zahlreicher Bordeaux-Weine wieder. Hier wird die Rebsorte häufig zum Verschnitt mit Cabernet Sauvignon verwendet. Im Tessin, in Norditalien und auf dem Balkan wird er sortenrein abgefüllt. Seit über 200 Jahren wird die Rebe auch in Südamerika kultiviert. In Kalifornien erfreut sie sich zunehmender Beliebtheit, da sie weicher als die Cabernet-Reben ist.
Seine Beeren- und Pflaumenaromen und sein unkomplizierter, angenehmer Genuss spricht eine Vielzahl von Endverbrauchern an, die nach einer Abwechslung von Shiraz und Cabernet Sauvignon suchen. Die Farben reichen bei jüngeren Jahrgängen von mittleren Rot- bis zu braunen Farbtönen im Alter. Primäre Fruchtaromen: Laub, fruchtiges Aroma, Parfüm , Veilchen, saftig, Gewürze, Kirsche, Himbeere, Pflaume, rote Bete, getrocknete Früchte, Rhabarber. Ältere Jahrgänge sind erdig, fleischig, Trüffel, Kaffee, Schokolade, Tabak.

In Australien erfreut sich die Rebe steigender Beliebtheit; das Anbaugebiet wird beständig ausgeweitet.


Mourvèdre



Rote Rebsorte aus der Provence, die lange haltbare, ausgewogene Weine liefert. Sie ist allerdings sehr anspruchsvoll. Lange Zeit auf die Gegend von Bandol beschränkt, wird sie heute als qualitativ hochwertige Rebe anerkannt und erfährt eine zunehmende Verbreitung.

Dies trifft auch auf Australien zu, wo die Rebe 1960 fast ausgerodet war und die Reste unter dem Begriff "Mataro" versteckt wurden.

weitere Bezeichnungen: Mataro [Roussillon, Australien] und Monastrell [Spanien]


Muscadelle



Weiße Rebsorte aus dem Gebiet des Bordelais (Bordeaux), die mit dem Sémillion und dem Sauvignon Blanc verwandt ist.

Aus Kalifornien wurden in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts nach Australien Saugignon Vert- bzw. Tocai Friulano-Reben importiert, die sich allerdings als Muscadelle-Reben erwiesen. Diese Reben erfreuen sich heute einer gewissen Beliebtheit.


Pinot Gris



Alte, weiße Burgunderrebe, die auch in Deutschland (u.a. Baden) angebaut wird. Sie wird, nicht trocken ausgebaut, auch als Ruländer vermarktet. Im italienischen Friaul wird der Wein als Pinot Grigio bezeichnet.

In Australien ist die Rebe wenig verbreitet.

weitere Bezeichnungen: Grauburgunder, Ruländer [Deutschland], Pinot Grigio [Italien], Pinot Beurot [Burgund], Malvoisie [Loire], Tokay [Elsaß], Szürkebarát [Ungarn]


Pinot Meunir



Rote Burgundermutation, körperreicher als der Pinot Noir. Wird in Deutschland (u.a. Württemberg) als Schwarzriesling vermarktet und häufig als Rosé ausgebaut. Sie ist Bestandteil im Champagner.

In Australien wurden lange Zeit nur "stille" Weine - oft sortenrein - ausgebaut. In jüngerer Zeit dient der Wein der Rebe häufiger zur Herstellung von Schaumwein.

weitere Bezeichnungen: (Gris) Meunier [Frankreich], Müllerrebe, Schwarzriesling [Deutschland]


Pinot Noir



Burgundische rote Rebsorte, die farblich wenig kräftige, dafür umso haltbarere Rotweine ergibt. Sie ist eine der ältesten Rebsorten der Welt. In der Champagne wird der Pinot Noir weiß ausgebaut. Die Rebsorte wird u.a. in Deutschland, Frankreich (bes. Elsaß und Burgund), Italien (u.a. Südtirol, Venetien) und der Schweiz (bes. um Chur und Zürich). In der Westschweiz ist der Pinot Noir Bestandteil des Dôle. In Kalifornien dient er zur Herstellung leichter, aromatischer Tischweine. Die Farbe der jungen Weine kann von einem kirschrot bis einen helleren Aubergineton reichen, die sich im Alter eventuell in Brauntöne verwandelt. Primäre Fruchtaromen: Gewürze, Kräuter, Kirsche, Erdbeere, Himbeere, Veilchen, parfümiert, Pflaume und Rhabarber. Im Alter entwickelte Duftnoten: erdig, nach Wild riechend, Tabak und Pilze.

Es ist gut möglich, dass ein geklonter Pinot Noir-Rebstock 1788 von Kapitän Atrhur Phillip mit der ersten Flotte von Auswanderern nach Australien gelangte. In kühleren Weinregionen Australiens können Spitzenweine aus dieser Rebsorte hergestellt.

weitere Bezeichnungen: Blauer Spätburgunder [Deutschland], Klevner [Schweiz], Pinot Negro [Argentinien]


Pinot Verdot



Rote Rebsorte, die im Gebiet des Bordelais (Bordeaux) vereinzelt zusammen mit dem Cabernet Franc und Sauvignon, sowie dem Merlot angebaut wird. Die Sorte ist sehr anspruchsvoll und kommt - in Europa - selten zur vollen Reife.

In Australien wird Pinot Verdot fast nie rein ausgebaut; die Rebe gibt den Weinen allerdings viel Charakter und Geschmack.


Riesling



Weiße deutsche Rebsorte, die Weine hoher Dichte und Qualität erbringt. In guten Lagen, bei ausreichend Sonne und Kühle und entsprechenden Böden (wie z.B. an der Mosel und im Rheingau) erbringt er einen der weltbesten Weißweine. Das intensive Aroma und ausgewogene Säureverhältnis der Topqualitäten schaffen Weine, die sich über eine lange Zeit entwickeln und reifen können. Die Farben der jungen Rieslingweine können von tiefen Gelbtönen bis zu stroh- und hellgelb mit leichtem Grünstich reichen. Die Weine sind häufig duftig und blumig, und erinnern in Bouquet und Geschmack an Apfel, Birne, Zitrone, Limone, Zitrusfrüchte und sogar Passionsfrüchte. Im Alter entwickeln die Weine ein getoastetes und Honig-Aroma. Normalerweise sind diese Weine leicht bis mittelschwer und werden häufig als frisch, stahlig, rassig, mineralisch und erfrischend beschrieben.

In Australien wird der Wein auch als Rhine Riesling bezeichnet. Bis vor wenigen Jahren wurden in Australien gemeinhin nahezu alle Weißweine einfach "Riesling" genannt. Die Sorte leidet in Australien noch unter Identitätsproblemen. Riesling-Weine finden sich (noch) in unterschiedlichen Ausbauformen: herb oder süß, aromatisch oder fruchtig ausgebaut. Grundsätzlich hat die Sorte das Potential wieder zu einem Aushängeschild des australischen Weinbaus zu werden. Bisher kann man jedoch noch nicht flächendeckend gute Qualitätsweine erhalten.
Schwerpunkt des Anbaus in Australien sind in Südaustralien Clare Valley, Eden Valley und die Adelaide Hills sowie in Victoria das Goulburn Valley, in Tasmanien und Westaustralien.

weitere Bezeichnungen: Rhine Riesling [Australien]


Ruby Cabernet



Neugezüchtete rote Rebe, die aus Kalifornien stammt und in Europa z.Z. nicht zu finden ist. Sie ergibt gute, trockene Tischweine.

Die australische Anbaufläche ist klein.


Sauvignon Blanc



Weiße Rebsorte mit großem Verbreitungsgebiet. Sie ist verwandt mit dem Muscadelle und dem Sémillon. Die Rebe ergibt einen ausgewogenen, gut lagerfähigen Wein mit einem ausgeprägt charakteristischen Aroma. Die Rebe findet sich weltwelt. So kann man neben australischem auch neuseeländischen, südafrikanischen (sie dürften die besten sein), kalifornischen, ja sogar texanischen oder chilenischen Sauvignon finden. Ihre Höhepunkte erreichen die Weine aus der Rebe in Frankreich (Loire, Pouilly und Sancerrre), Österreich (Steiermark), in Italien (Friaul und Venetien) sowie in Slowenien.

In Australien wird diese Rebsorte zur Erzeugung trockener, rebsortenreiner Weine oder von Cuvées aus Semillon und Chardonnay verwendet. Die Farbpalette dieser Weine reicht von hellgelb bis gelb. Charakteristische Duftnoten: Spargel, Gras, Stachelbeere und tropische Früchte. Im Alter erinnern die Weine auf der Zunge an Gewürze, Vanille und Toast. Hier handelt es sich zumeist um leichte bis mittelschwere Weine, die ohne Holz ausgebaut werden.
Ein gutes australisches Anbaugebiet sind beispielsweise die Adelaide Hills.

weitere Bezeichnungen: Muskat-Silvaner [Deutschland]


Sémillon



In Australien Semillon genannte weiße Rebsorte, die mit dem Muscadelle und dem Sauvignon Blanc verwandt ist. Sie wird hauptsächlich in der Gironde angebaut und dient u.a. als Grundlage zur Herstellung von alkoholreichen Aperitifweinen. Der bedeutendste dieser Weine ist der seltene Monbazillac im Bergerac. Trocken ausgebaut ist sie Bestandteil des weißen Entre-Deux-Mers (Bordelais). In Kalifornien dient sie zur Herstellung eines lieblichen Weißweins. Die Weine haben zunächst ein verhaltenes Aroma, entwickeln sich jedoch nach längerer Flaschenlagerung zu einem vollmundigen Produkt mit Toast- und Honigaroma mit frischer Säure.

Trockene Semillons werden in vielen Anbaugebieten Australiens hergestellt, einschließlich im Barossa Valley, Clare Valley und am Margaret River, der weitaus bekannter für seine edelsüßen Weine ist. Eine Reihe einzigartiger Stilrichtungen Australiens findet man jedoch im Hunter Valley. Hier dienen die Semillonreben der Weinerzeugung ohne Holzfaßausbau. Die besten australischen Semillon-Weine, die sogar weltweite Anerkennung erzielen, stammen aus dem Hunter Valley. Auch wenn diese Weine z.T. als Hunter Riesling, Chablis oder White Burgundy vermarktet werden - der Inhalt ist oft sortenreiner Semillon. Tasmanische Semillons lassen sich zuweilen an einem grasigen Unterton erkennen.


Shiraz



Die rote Rebsorte Australiens war ursprünglich insbesondere im Rhônetal und im Languedoc-Roussillon zu finden. Dort dient sie haupstächlich zur Erzegung von sehr ordentlichen Landweinen. Die Rebsorte gilt als sehr alt und ist vielleicht phönizischen Ursprungs. Eventuell ist sie nach der persischen Stadt Shiraz benannt. Sie wurde von den Römern vermutlich als Vitis allobrogica bezeichnet. Die lange Zeit rätselhafte Verwandtschaft zwischen drei Weinsorten mit ähnlichem Namen - französischer Syrah, kalifornischer Petite Sirah und australischer Shiraz wurde erst 2001 geklärt: Shiraz ist dasselbe ist wie Syrah - und Petite Sirah ist eine Kreuzung zwischen Syrah und der französischen Traube Peloursin. Syrah selbst ist wiederum eine Kreuzung von Dureza, einer dunkelbeerigen Weinsorte aus der Ardèche-Region in Frankreich, und einer weissen Traube, bekannt unter dem Namen Mondeuse Blanche.
Shiraz ist eine sehr vielseitige Rebsorte, mit der unzählige Stilrichtungen von mittelschweren bis großen/schweren körperreichen Weinen erzeugt werden können. Die Farben der jüngeren Jahrgänge können von mittleren Rot- bis zu tiefen Lilatönen und beinahe Schwarz bei den Spitzenqualitäten reichen. Im Alter kann es zu den verschiedensten Farbveränderungen der Rot- und Brauntöne kommen, die sich schließlich zu einem reichen Gelbbraun entwickeln. Die primären Fruchtaromen erinnern an Kräuter, Gewürze, Menthol, Zimt, Himbeere, Maulbeere, Brombeere, Pflaume, Lakritze, Backpflaume und Schokolade. Im Alter entwickelte Duftnoten: erdig, Schokolade, stoffig, mit Anklängen an Zigarrenkiste, Kaffee, Leder, Pfeffer, Minze, Paprika.

Es wird angenommen, daß die Rebe bereits 1832 mit James Buschy nach dessen Europareise, während der er Setzlinge sammelte, zurück nach Australien gelangte. Wahrscheinlich die "australischste" Ausprägung von Wein, wobei sich der australische Shiraz-Wein deutlich von französichen Syrah-Wein im Geschmack unterscheidet.
Der berühmte Grange (der ehemals in Anlehnung an die französische Herkunftsbezeichnung für hochwertigen Syrah "Hermitage AC" auch "Grange Hermitage" genannt wurde), hat einen wichtigen Beitrag zur großen Popularität australischer Rotweine geleistet.

weitere Bezeichnungen: Syrah [Frankreich], Balsamia [Chile, Argentinien]


Traminer



Europäische weiße Rebe, die u.a. in Deutschland (Pfalz, Sachsen, Württemberg), Ungarn und auf dem Balkan angebaut wird. Die Rebsorte gilt als launisch und wenig ertragreich, ergibt aber einen sehr aromatischen, würzigen Wein.

Eine Mutation des Traminers ist der Gewürztraminer, der sich in Australien zunehmender Beliebtheit erfreut.

weitere Bezeichnungen: Princ [Tschechien], Savagnin [fr. Jura]


Trebbiano



Der Trebbiano ist die meistverbreiteste italienische weiße Rebe. Sie ist Grundbestandteil des Soave und Frascati, unabdingbar auch im Chianti (in der klassischen Komposition). Man findet die Rebe auch in Spanien, Portugal und Südamerika. In Frankreich ist sie Hauptbestandteil des Cognac.

Der Trebbiano liefert für Verschnitte in Australien nur einen Bestandteil: Säure.

weitere Bezeichnungen: Ugni Blanc [Frankreich], Clairette Ronde [Rhône, Provence], Muscat Aigre [Gironde]


Verdelho



Die weiße Rebe stammt ursprünglich aus Portugal und zwar von der Insel Madeira, wo sie Bestandteil des gleichnamigen Weines ist. Die Aromen der rebsortenreinen Weine erinnern an Kräuter und Gewürze, Melone, Ananas, Guave und Tropenfrüchte, je nachdem, wo die Reben angepflanzt und wann sie gelesen werden. Verdelhoweine sind oftmals vollmundig und erinnern an Tropenfrüchte, was durch einen frischen Säuregehalt ausgeglichen wird.

Die besten Verdelho-Weine stammen heute aber wahrscheinlich aus Westaustralien. Diese Rebsorte wird in der Region des Langhorne Creek in Westaustralien, im Clare Valley und McLaren Vale in Südaustralien sowie im Hunter Valley und Cowra angepflanzt.


Viognier



Weiße Rebsorte aus dem Rhônetal, die eine ausgewogenen Wein von höchster Qualität ergibt. Hieraus entstehen frische, trockene Stile, die häufig mit Zitrone, Limette, Orangenblüten, Aprikose und Moschus umschrieben werden.

Das Interesse an dieser Rebsorte nimmt in Australien zu.


Wir danken ...



Die Informationen auf dieser Seite wurden zusammengestellt aufgrund Daten des Australian Winebureau (Frankfurt), weiterer Quellen, eigener Verkostung und mit sachkundiger Unterstützung unseres Partners Rudi Sigle - der verantwortlich ist für den Australian Wine Shop in Fellbach-Oeffingen bei Stuttgart.

 
 
Wir freuen uns über Ihre Hinweise für Updates und Erweiterungen dieser Seite.
Unsere Redaktion investiert viel Zeit in die Recherche um die Inhalte von AUSTRALIEN-INFO.DE aktuell, übersichtlich und korrekt zu halten. Trotzdem ist nicht auszuschliessen, dass Inhalte dieser Seite nicht tagesaktuell sind.

Sie können uns behilflich sein: Haben Sie Vorschläge zur Aktualisierung oder Erweiterung der Informationen auf dieser Seite? Fehlt ein wichtiger Verweis auf andere Informationsquellen (Internet-Links, Literatur etc.)? Bitte klicken Sie hier und senden Sie uns Ihre Hinweise. Im voraus vielen Dank.

Quicklinks: »Forum     »Newsletter     »FAQ     »Impressum     »Haftungsausschluss     »Kontakt

Hauptbereich vergrößern
Hauptbereich verkleinern