Für diesen Bereich ist der Baedeker der absolute Klassiker - aber er ist längst nicht mehr alleine. Und wie klassifiziert man inhaltlich die Baedeker-Gruppe? Vielleicht so: Allgemeine Hintergrundinfos und praktische Tips "für den Durchschnittsreisenden ohne besondere Schwerpunkts-Interessen".

Die Auswahl erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Aufgrund der häufigen Änderungen können wir für die nachfolgenden Angaben leider keine Gewähr übernehmen. Bitte teilen Sie mit, wenn Sie Verbesserungs- und Ergänzungsvorschläge haben. Vielen Dank.

Baedekers Australien

aus Deutschland
empfehlenswert Die Baedeker Redaktion hat Ihre Reiseführer-Reihe 2013 erneut modernisiert. Das sterile und statische Layout früherer Jahre ist Vergangenheit.

(Wir erwarten noch das Rezensionsexemplar und werden dann die nachfolgende Beschreibung aktualisieren.)

Übernommen hat man aus anderen Reiseführern die Idee der Themenspecials. Vertiefende Bausteine widmen sich beispielsweise der Traumzeit der Aboriginal People, Krokodilen, einem Koalahospital, dem Leben im Outback oder der "Gourmet-Hauptstadt Sydney". Der Reiseführer liefert sieben Tourenvorschläge – darunter eine Fahrradtour an der Great Ocean Road. Auch visuell ist der Baedeker nun nicht mehr eine Ansammlung von Postkarten-Fotomotiven. Eigens für die neue Baedeker Generation wurden u.a. 3-D-Darstellungen vom Opernhaus in Sydney Opera erstellt. Ein guter, solider Allrounder, der das Etikett "empfehlenswert" tragen darf.



Du Mont "Richtig Reisen" Australien

aus Deutschland
sehr empfehlenswert[Roland Dusik]
Man spürt bei den 504 Seiten die Herkunft - aus "gutem Hause", eben von dort wo auch die Kunstreiseführer den Ruf der Du Mont Reiseführer begründet haben. Kultur und Geschichte spielen dementsprechend eine wichtige Rolle in dieser Reihe. Die Reihe hat ein Facelift erhalten und ist sich trotzdem treu geblieben. Die Fakten sind hervorragend recherchiert. Freunde von Geschichte und Literatur werden hier fündig. Vergleichsweise textlastig. Ansprechende Fotos, ein gutes Buch für die Vorfreude auf die Reise. Tourentips sind allerdings eher dünn gesät.


Vis-a-vis: Australien

aus Deutschland

sehr empfehlenswert Von 1997 bis 2001 war Vis-a-Vis Testsieger im Globo-Reiseführertest (die Zeitschrift Globo wurde anno 2002 eingestellt), Kategorie "Die Aufwändigen".

In der Tat: Beim ersten Durchblättern fallen die vielfaeltigen Informationen, Bilder und Zeichnungen in Farbe und 3D auf. Die erste Übersetzung des Buches eines englischen Verlages vor einigen Jahren war jedoch noch ziemlich lausig, aber das scheint in der jüngsten Auflage bis auf ein paar Fehler groesstenteils bereinigt. Der virtuelle Bummel durch ein Museum in Sydney oder auch durch manche Region des Outbacks bereitet mit diesem Buch nicht nur Lesespass. Detailansichten von Strassenzügen, Gebäuden und Monumenten machen eine leichte Orientierung am Reiseziel moeglich. Schon allein dieser Aspekt macht den Führer zu einem heissen Kandidat fuers Reisegepäck. Allerdings vermisst der Internetnutzer dann doch die Verweise auf Websites und e-Mail-Adressen, denn diese sind ganz dünn gesaet. Da merkt man dass die Grundkonzeption dieser Serie Anfang der 90er noch nicht das Internet beruecksichtigte. Schade. Ansonsten ist das Buch auf den Typus "Reisegeniesser" eher als auf "Entdecker" (dafür gibt's ja schliesslich die Kategorie "Individualisten" von Lonely Planet & Co.) ausgerichtet. Kunst und Kultur werden im Vergleich zur Natur stärker gewichtet als in anderen Führern. Kurz und gut: Bei der nächsten Australien-Reise ist er mit im Gepäck - neben dem Lonely Planet und wohl noch 2, 3 anderen.



National Geographic Traveler: Australien

aus Australien
empfehlenswert [Roff M. Smith] Zur Rezension lag die 4. Auflage aus dem Jahr 2007 vor. Dem Werk merkt man deutlich seine Prägung durch National Geographic an. Zum Teil erstklassige Fotos, hochwertige 3D-Illustrationen, Karten für Rundgänge, Stadtplanausschnitte - die Ausstattung könnte kaum üppiger sein. Schon beim Einstiegsteil mit charakteristischen Aufnahmen aus früheren Reportagen im National Geographic wird die Lust auf Australien geweckt. Summasumarum reicht es allemal für eine gute Bewertung, aber so ganz topp ist der Reiseführer leider (noch) nicht.

Der Autor Roff Smith erstellte das inhaltliche Grundgerüst schon vor der Jahrtausendwende. Vergleichsweise wenig Internetlinks finden sich bei der Beschreibung von Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Unterkünften. Im Serviceteil finden Themen wie die Bedürfnisse von Digitalfotografen oder mobiler Internetnutzer nicht statt. Das Buch wurde für ein internationales Publikum konzipiert und im Vergleich zu einer übersetzen Version des Lonely Planet in weitaus geringerem Masse für den deutschsprachigen Zielmarkt um spezifische Informationen angereichert. Das unter deutschsprachigen Reisenden beliebte Thema "Auf Spuren von Auswanderern" findet man kaum, erst recht nicht Hinweise auf deutschsprachige Gastgeber oder Touranbieter.

Das Buch eignet sich eher als allgemeine Lektüre zu Australien vor einer Reise, denn als Reiseführer vor Ort. Die Inhalte sind leider nicht immer wirklich "up to date". So wird beispielsweise die seit 2006 geteerte Straße nördlich des Daintree Rivers nach Port Douglas immer noch als "schlecht zu befahren nach heftigem Regen" eingestuft. Das Tempolimit innerorts ist längst bei 50 statt 60 km/h. Ein Schmunzler gilt auch hier dem Lieblingsrechtschreibfehler "Quantas" statt Qantas - hier ist er bei der URL auf Seite 360 versteckt bei den Informationen zu Fluglinien (die Qantas hat aber mittlerweile reagiert und auch die URL quantas.com führt nun zur Qantas-Homepage). Ins Nirwana führt dagegen die URL zur singoaporeair.com. Und die Lufthansa selbst fliegt nicht nach Australien - Tickets mit Lufthansa-Flugnummer gibt es, aber man landet dann in einer Maschine der Singapore Airline. Falsch ist auch die Information, wonach Mietwagen erst ab 21 Jahren gemietet werden können. Der Anbieter Hippie Camper (eine Submarke von Apollo) beweist das Gegenteil.



Australien. Eine Reise durch Landschaft, Kultur und Alltag

aus Deutschland
empfehlenswert [Klaus Viedebantt, Wolfgang R. Weber] Mit Hintergrundfakten wird man hier nicht allzu sehr "belästigt". Dafür glänzt der Führer in seiner Domäne, die er begründet hat: Die präzise Beschreibung von empfehlenswerten Reiserouten mit regelrechtem Tages-Ablaufplan mit Kilometer- und Zeitraster. Hier haben sich schon so manche professionellen Reiseleiter ihre Anregungen für die Tourengestaltung geholt. Optimal zur reinen Routenplanung für Autofahrer und Camper. Allerdings: Wer auch mal weitere Abstecher machen möchte und nicht ganz zur klaren Planung neigt, sollte sich vielleicht doch noch einen Individualisten-Guides zulegen.


National Geographic Spirallo Reiseführer Australien

aus Deutschland
empfehlenswert Im September 2008 wurde die 4. Auflage dieses Reiseführers veröffentlicht. Die Spiralbindung hat Vor- und Nachteile: So klappen die Seiten nicht zusammen und Darstellung auf einer Doppelseite wirken folglich besser. Allerdings kleben die Seiten beim ersten Durchblättern auch zuweilen durch die Stanzung aneinander und im staubig-sandigen Outback können sich in den zahlreichen Stanzlöchern der Spiralbindung auch ungeahnte Mengen von Staub und Sand sammeln. Für einen Backpacker-Rucksack dürfte die Spiralbindung auch nicht sonderlich geeignet sein, während bei einer Mietwagenfahrt entlang der Ostküste der Reiseführer wohl pfleglich genug behandelt werden dürfte.

Der Führer versucht den Spagat zwischen einem Magazin, das Reiselust wecken soll, einem kleinem kompakten Reiseführer und dem umfassenden, lexikalischen Anspruch der Baedeker-Serie. Inhaltlich ist der Führer sehr umfassend: Auch Tourenvorschläge und ein kleiner Atlas sind Teil des Werkes. Schwachstellen gibt es lediglich für Natur-Interessierte. Karten, Fotos und Layout dagegen sind sehr aufwändig und ansprechend. Teilweise reicht der Führer an die opluente Illustration der Vis-a-vis-Reiseführer-Serie heran.

Für einen Reiseführer in der 10 Euro-Klasse bietet er erstaunlich viel. Das Werk ist in seinen Grundzügen von Pip Moran verfasst, die ihn für ein internationales Publikum konzipiert hat. Das merkt man an manchen Aspekten, wie beispielsweise die in anderen Reiseführern etwas ausführlicher behandelten deutschen Spuren in Australien. Wer frühere Ausgaben der Spirallos kennt, die damals unter der Marke "Falk" verkauft wurden, wird erfreut sein, dass unter der Marke "National Geographic" nun auch viel mehr über Flora und Fauna in dem Führer zu finden ist.
Mißverständlich ist die Information auf S.203: Bankkarten aus DACH werden im Einzelhandel nicht zur Zahlung akzeptiert. Es fehlt der Tipp sich vor Reiseantritt zu erkundigen ob die eigene Hausbank den Bargeldbezug per Kreditkarte oder Maestro-Karte am kostengünstigsten anbietet. Falsch auf S. 203: Die Lauda Air fliegt nicht mehr nach Australien, die Lufthansa schon seit einer kleinen Ewigkeit nicht mehr. Es fehlen die im Markt relativ bedeutenden Ethiad, Emirates und Malaysian Airlines. Und Brisbane und Cairns fehlen in der Aufzählung internationaler Flughäfen.
Alles in allem ist der Führer also "empfehlenswert" aber für ein "sehr empfehlenswert" ist noch ein bisschen nachzubessern. Wir freuen uns auf die 5. Auflage…


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