Die Auswahl erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Aufgrund der häufigen Änderungen können wir für die nachfolgenden Angaben leider keine Gewähr übernehmen. Für die sehr intensive Mithilfe bei der Zusammenstellung der Literatur auf dieser Seite danken wir Petra Schleuning. Sie ist verantwortlich für zahlreiche Rezensionen auf dieser Seite, die jeweils mit dem Kürzel ©PS gekennzeichnet sind.

Bitte teilen Sie mit, wenn Sie Verbesserungs- und Ergänzungsvorschläge haben. Vielen Dank.


Hörbuch



Hörbuch: Australien hören

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [Hilke Maunder / Sprecher: Andreas Fröhlich]
Silberfuchs Verlag, 2010
Eine 80-minütige musikalisch illustrierte akustische Reise durch die Kulturgeschichte Australiens von den Mythen der indigenen Ureinwohner bis in die Gegenwart. - das verspricht dieses Hörbuch aus dem Silberfuchs-Verlag. Die Begegnung mit dem fünften Kontinent beginnt bereits vor dem Einlegen dieser liebevoll gemachten CD. Das 16-seitige Beiheft ist informativ und geschmackvoll gestaltet. Die CD selbst trägt die Handschrift von Hilke Maunder, einer Australien-Expertin, die unsere Leser beispielsweise als Autorin der Baedeker-Reiseführer "Australiens Osten" und "Australien" kennen. Seit dem Jahr 2000 haben wir sie als sehr kundige Berichterstatterin über Down Under kennen gelernt, die auch für die Fremdenverkehrsbüros der australischen Bundesstaaten hochinformative Texte verfasst. Schön, dass man mit dieser CD nun auch eine akustische Visitenkarte hat.

Schwierige Themen werden nicht ausgespart - so zum Beispiel die Verschleppung der Aboriginal Kinder aus ihren Familien, die bis in die 1960er Jahre durchgeführt wurden. Der "Stolen Generation" ist das Kapitel "Was würden sie tun, wenn der Staat Ihre Tochter kidnappt?" gewidmet. Das Hörbuch enthält auch diverse Musikzitate. Bei der Auswahl ist eine erfreuliche Bandbreite zu finden. So hört man nicht nur australische Country-Songs wie beispielsweise von John Williamson sondern auch Geoffrey Gurrumul Yunupingu. Letzterer ist seit 2009 auch im deutschsprachigen Raum durch einige Konzerte bekannt geworden. Das Booklet zur CD informiert ausführlich über die Musikzitate.

Man merkt diesem Hörbuch durch und durch an, dass es mit viel Liebe, Akribie und Professionalität erstellt wurde. Es entstand so eine Hommage an den fünften Kontinent, die ehrlich und nicht schonfärberisch ist - kurzum ein Hörbuch auf sehr hohem Niveau, das man gerne mehrfach hört. Wir empfehlen es so früh wie möglich vor der Reise zum ersten Mal zu hören. Es hilft bei der Erweiterung des eigenen Horizonts und beinhaltet zahlreiche Aspekte, denen man vielleicht auf seiner Reise nachgehen möchte - sei es den Spuren des Banditen Ned Kelly, den Goldgräbern in Victoria oder der "Hölle" von Port Arthur.

Der renommierte Hörbuch- und Synchronsprecher Andreas Fröhlich erzählt die Kulturgeschichte Australiens spannend wie einen Krimi. 2010 wurde er in der Kategorie "Bester Interpret" mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Die Hörer werden mitgenommen auf die Spuren der Legenden der Ureinwohner und der weißen Siedler. Thematisiert wird die Landung von Kapitän James Cook und die Hörer erfahren wie aus dem Sträfling Francis Greenway ein angesehener Architekt wird. Auch das Schicksal von Ludwig Leichhardt wird anschaulich geschildert. Schauplätze sind beispielsweise die Felsengalerien im Kakadu Nationalpark oder das Strafgefangenenlager von Port Arthur auf Tasmanien. In Victoria begegnet der Hörer Goldsuchern und in den australischen Alpen dem Wegelagerer und Volkshelden Ned Kelly. Am Billabong hört sie Buschballaden wie "Waltzing Matilda", an der Oper von Sydney von den großen Diven aus Downunder. Autoren wie Peter Carey, Marcus Clarke, Patrick White und Tim Winton eröffnen andere Einblicke in die australische Seele. Im Booklet finden sich Kommentare sowohl vom australischen Botschafter Australiens in Deutschland, Peter Tesch, wie auch des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland in Australien, Dr. Michael Witter. Eine CD die Lust macht Australiens Kultur zu entdecken - insbesondere seine Geschichte, Literatur und Musik.

Website der Autorin Hilke Maunder Hörprobe


Aussies - die Australier und "ihr" Land



Kulturschock: Australien

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [Elfi H. M. Glissen]
Verlag Reise Know-How, 2009
Der "Kulturschock" - wenn es denn überhaupt einer ist - lässt sich in seinen Facetten nicht in ein paar Zeilen vorstellen. Elfi H. M. Gilissen hat ein überaus empfehlenswertes Buch zu diesem Thema geschrieben. Der grosse Kulturschock ist es wohl nicht, der einen in Australien erwartet. Es sind wohl vielmehr die Kleinigkeiten, die einen (un-)erwartet überraschen, die eben doch zeigen, dass Australien ein ganz anderes Land ist als Deutschland, Österreich oder die Schweiz - auch wenn vieles an Europa erinnert. Und diese Unterschiede fallen um so intensiver auf, je länger man in Australien bleibt. Dem Touristen, der nur ein paar Wochen Down Under bereist, bleibt da vieles zunächst verborgen. Was man beim Leben und Arbeiten in Australien nie vergessen darf: Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit. Den Freizeitwert und den damit verbundenen Lifestyle - nicht nur in Sydney - haben wir x-mal in diversen Newslettern von AUSTRALIEN-INFO.DE beschrieben und dieser Aspekt des Lebens ist den Australiern deutlich wichtiger als dem durchschnittlichen Mitteleuropär. Die Australier sind in der Regel sehr freundlich und offen. Was sie überhaupt nicht leiden koennen: Die manchmal besserwisserische Art deutschsprachiger Mitteleuropär und die Neigung zur verbissenen Perfektion.
Gilissen hinterfragt nicht nur die Eigendefinition als "lucky country", sie beleuchtet auch die unterschiedlichsten Aspekte die das Land und seine Einwohner prägen - ganz gleich welcher Hautfarbe. Das Buch geht dabei deutlich tiefer als bisher publizierte Werke (wie z.B. "Die Australier pauschal" aus dem Jahr 1998).
Erfreulicherweise tendiert Gilissen bei ihrer Berichterstattung zu einem ausgewogenen Australienbild, das weder einer schönfärberisch-verklärenden Tourismuslyrik folgt noch sich in schwarzmalenden Bildern verfängt. Australien wird als weniger exotisch dargestellt wie es manchem vielleicht erscheint und erfreulich ist auch, dass das Buch nicht von wirtschaftlichen Interessen (wie zum Beispiel einer Auswanderungsberatung) beeinflusst zu sein scheint. Es stellt die verschiedenen Facetten der australischen Identität genau so vor, wie es Gesellschaft und Lebensformen beleuchtet. Der australischen Bier- und Weinkultur werden - entsprechend ihrer Bedeutung in der Gesellschaft - gleich zehn Seiten gewidmet. Auch die Bedeutung von "blauem Dunst und anderen Benebelungen" wird sachlich dargelegt. So erfährt der geneigte Leser, dass in Australien auffallend wenig Zigaretten geraucht werden und die soziale Akzeptanz von Rauchern weiter sinkt. Erstaunlich ist allerdings die grosse Beliebtheit von Cannabis. Über zwei Drittel aller Verhaftungen wegen Drogenmissbrauchs gehen auf das Konto dieser Drogenform. Wer einmal in der Region Nimbin im Hinterland von Byron Bay war, wundert sich darüber kaum noch.
Zur Abfederung des "Kulturschocks" bietet Gilissen auch ausführliche Hintergrundinformationen zur politischen Entwicklung in Australien und über die wirtschaftliche Lage. Auch das Sozial- und Gesundheitswesen unterzieht sie einer eingehenden Betrachtung.
Die "Do's and Dont's" - auch gegenüber den Aboriginal People - sind ebenfalls Bestandteil des Werkes. Das Werk wird abgerundet durch ein umfangreiches Literaturverzeichnis bei dessen Ducharbeiten man sicher auch die eine oder andere Doktorarbeit ueber Australien schreiben könnte. Alles in allem ist dieses Buch äusserst empfehlenswert für alle, die ein wenig hinter die Kulissen ihres Gastlandes sehen moechten. Die Autorin hat mit dieser Publikation eine Visitenkarte erstellt, die Sie zu den Top-Experten über Australien im deutschsprachigen Raum zählen lässt. Gilissen hat sich bereits mit qualitativ hochwertigen Reise- bzw. Sprachführern über Sydney und den Australischen Slang einen Namen gemacht. Es ist ein Muss fuer alle, die sich das Thema "Australien" für Seminar- oder Diplomarbeiten vorknöpfen.

Aus dem Inhalt:
  • Lebensraum und Lebensart
  • Fettnäpfchen aller Art
  • Reisende und Aborigines
  • Kulturhistorische Inhalte
  • Diversität und Widrigkeiten des Lebensraumes
  • Nationalstolz und nationale Symbole
  • Aussie Way of Life - die Lebensart Down Under
  • Rechte, Pflichten und Freuden der Australier

Einige Aspekte zur Kultur der Australier finden sich auch in AUSTRALIEN-INFO.DE



Australien. Beck’sche Reihe Länder

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [Johannes H. Voigt]
Verlag C. H. Beck, 2000, 165 Seiten
Gute (leider etwas knappe) Einführung in die Landeskunde des Fünften Kontinents und dazu die aktuellste. Der Autor, ausgewiesener Australien-Historiker in Deutschland, behandelt alle grundlegenden Aspekte des Landes: aktuelle Fakten zu Bevölkerung, Flora und Fauna, Wirtschaft und Politik. Er schreibt ebenso über die Religionen der Australier, das Bildungssystem, Kunst, Kultur, Sport und die Medien. Auch die schwarzaustralische Geschichte wird gewürdigt. Von der Unterdrückung und Auslöschung ausgehend, führt der Autor ein in die Landrechte-Bewegung, stellt die Entwicklung hin zur Zeltbotschaft von Canberra, zu Petitionen und der daraus resultierenden Gesetzgebung. Das Buch ist ein sinnvoller Einstieg in die Materie Australien für die bislang "Unwissenden", aber auch für Leute, die sich eher mit landschaftlichen und touristischen Aspekten des Landes befaßt haben und sich für mehr interessieren. Etwas befremdlich erscheint für die auf Unabhängigkeit bedachte Reihe die Verwendung von Bild- und Werbematerial der Australian Tourist Commission.
©PS


Die Australier pauschal

aus Deutschland
sehr empfehlenswert [Ken Hunt]
Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 1998, 115 Seiten
Kaum etwas verbindet die Menschen mehr als die Bestätigung insgeheim gepflegter Vorurteile. Xenophobe aller Länder in Australien liegt Euer Paradies: Man kann gar nicht genügend Pauschaluerteile über Australien mitbringen - man wird Sie alle bestätigt finden. Ein Buch über die nationale Idendität, Klischees, Humor, Sitten und Gebräche. Unbedingt lesenswert, um Australier und Australien besser zu verstehen - vor und nach der Reise. Sehr amüsant geschrieben.
Wer noch keine Vorurteile über die Aussies hat, kann sich in diesem amüsanten, locker-flockig geschriebenen Büchlein welche holen. Klar, daß sie alle verrückt sind, die Aussies, würden sie sonst down under leben? Klar, laufen sie alle wie Crododile Dundee durch den bush oder grillen im backyard Kanguru-Steaks und trinken Fosters aus der Dose… . Viele Klischees stellt der Autor als das dar, was sie sind, während er gleichzeitig selbst anderen Klischees aufsitzt oder sie absichtlich benutzt, ohne sie als solche zu formulieren und sie auf diese Weise zu demontieren. Für den kleinen Preis kann man sich aber ganz gut amüsieren (auch wenn man schon Aussies kennt), allzu ernst nehmen sollte man den sogenannten "typisch australischen" Nationalcharakter allerdings nicht. ©PS


He died with a felafel in his hand. Hilarious true stories of share house accomodation in Australia in the 1990s.

aus Australien
sehr empfehlenswert [John Birmingham]
Duffy & Snellgrove, Potts Point 1994, 216 Seiten
Auch dieses Werk gehört in die Klamauk-Ecke: das ultimative WG-Erlebnis! John erzählt von seinen 89 Mitbewohnern in verschiedenen WGs in Sydney. Das Leben in manch chaotischem Backpacker Hostel muß gegen eine australische WG als geordnet bezeichnet werden! Wer jedoch vor hat, länger zu bleiben und billig wohnen will, kommt an einem share household meist nicht vorbei. Dann sollte man dieses Buch vielleicht nicht lesen. Die eigenen Abenteuer mit Kakerlaken, Spinnen, verschwundenen Mitbewohnern und Schlüsseln, unbezahlten Telefonrechnungen, dem Staubsauger, der zum monatlichen Saugen oder seltener ausgeliehen und mit dem Bus antransportiert werden muss oder die an Backpacker vermietete Garage sind für den organisierten Mitteleuropäer ohnehin schon fast zu viel. Liest man das Buch nach dem Auszug, dann ist immerhin die Freude groß, daß es sooo schlimm dann auch wieder nicht gewesen ist!
©PS


Märchen aus Australien

aus Deutschland
empfehlenswert [Hrsg. Anneliese Löffler] nur noch Antiquariat
Verlag Diederichs, München 1996. 4. Auflage. 277 Seiten
Dieser kleine Band enthält Geschichten, die zwischen 1930 und 1980 erzählt wurden. Dabei handelt es sich hauptsächlich um die Schöpfungsmythen aboriginaler Gruppen, die dem Leser nach Regionen getrennt präsentiert werden. Die Märchensammlung wird durch Hintergrundinformationen in Form einer Bibliographie, Landkarten und durch die Anschaulichkeit eines Texts in der Schriftform der Originalsprache abgerundet. Der Band wurde seit der Erstauflage von 1981 nicht wieder überarbeitet, was sich vor allem die Bibliographie niederschlägt, die dringend einer Aktualisierung bedarf.
©PS


Australien der Frauen. Reise und Kultur.

aus Deutschland aus Australien
noch nicht bewertet [Susan Hawthorne, Renate Klein]
Über 50 Beiträge von australischen Autorinnen beschreiben den riesigen Kontinent aus den verschiedensten Blickwinkeln. Australiens Frauen haben eine mehr als 40.000 Jahre lange Geschichte. Die Lieder der Aboriginal-Frauen halten die Erde zusammen und die Erinnerungen wach. Australische Frauen gehörten zu den ersten, die sich Anfang dieses Jahrhunderts das Frauenstimmrecht erkämpften. Die australische Frauenbewegung hat seit Ende der sechziger Jahre das politische und kulturelle Leben des Landes kreativ verändert. Frauen unterschiedlicher Herkunft und mit ganz verschiedenen Lebensgeschichten beschreiben das Australien der Frauen. Dieses Projekt wurde unterstützt vom Commenwealth Government of Australia.
Taschenbuch - 340 Seiten (1994)


Australien

aus Deutschland aus Australien
[Ernst Löffler & Reinhold Grotz]
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1995, 422 Seiten

Australien. Eine interdisziplinäre Einführung
[Bader, Rudolf (Hg.)]
WVT Wissenschaftlicher Verlag, Trier 1996, 427 Seiten

Australia & New Zealand. Economy, Society and Environment
[Guy M. Robinson, Robert J. Loughran & Paul J. Tranter]
Arnold, 2000, 391 Seiten

Bei diesen Titeln handelt es sich um landeskundliche Einführungen in verschiedenste Themenkomplexe: Geographie und Siedlungsweise, Flora und Fauna, Landwirtschaft, Bergbau und Umweltprobleme, aktuelle gesellschaftliche und kulturelle Phänomene in Australien (und in Neuseeland), von der langen Abhängigkeit vom Mutterland Großbritannien bis hin zum Multikulturalismus unserer Tage.
Das Buch von Löffler & Grotz widmet sich schwerpunktmäßig geographischen Themenkomplexen, während die Aufsätze in Baders Band sich eher auf historische, gesellschaftliche und kulturelle Inhalte konzentrieren.

Alle drei Bücher eignen sich als Einstieg in die Beschäftigung mit Australien und zur vertieften Vorbereitung einer Reise und ermöglichen einen Überblick über bestimmte Themen bei einem speziellen Interesse.
©PS



Australian Nationalism Reconsidered. Maintaining a monocultural tradition in a multicultural society

aus Deutschland aus Australien
[Adi Wimmer (Hg.)]
Stauffenburg, Tübingen 1999, 244 Seiten
Dieser Band betrachtet ein in Deutschland wenig beachtetes Phänomen des australischen gesellschaftlichen Lebens: der auf vielen Ebenen allgegenwärtige Nationalismus und seine Auswirkungen. Die Autoren der Aufsätze beschäftigen sich mit der Frage, die auch für die Debatte in Deutschland nicht uninteressant ist, ob und wie eine monokulturelle Tradition (die Britische) in einer multikulturellen Gesellschaft wie Australien aufrechterhalten werden kann. Auch die Folgen dieses Festhaltens an tradierten Werten für Menschen in Australien, die aus anderen Kulturkreisen stammen, werden anhand von Beispielen diskutiert. Zu theroetischen Abhandlungen gesellen sich neben Hintergrundberichten und Analysen auch Essays, Autobiographisches und Gedichte.
©PS


Reinventing Australia. The mind and mood of Australia in the 90s

aus Australien
[Hugh Mackay]
Pymble 1993
Der Meinungsforscher Mackay faßt in diesem Bericht die wichtigsten Strömungen und Veränderungen der australischen Gesellschaft in den 80er und 90er Jahren zusammen, analysiert ihre Ursachen und Folgen für den Einzelnen. Diese nachhaltigen Veränderungen, die auch andere Industrieländer ergriffen haben, führen auch in Australien zu Identitätskrisen und der Suche nach Alternativen und Gegenwelten, die sich unter anderem in der wachsenden Bedeutung des Bush als Gegenpol zu den städtischen Zentren zu manifestieren scheinen.
©PS


Sydney

aus Australien
sehr empfehlenswert [Jan Morris] Dieses Buch ist angeblich das Beste über die Stadt am Port Jackson. Für den eiligen Reisenden ist es von wenig Wert, da es sich weniger um einen Reiseführer handelt, sondern um eine Ansammlung historischer Fakten und Anekdoten, die das alte und neue Sydney vor den Augen des Lesers entstehen lassen. Dennoch läßt sich der eine oder andere Geheimtip für Interessierte darin auftun und den Besuch der historischen Stätten Sydneys bereichert es auf jeden Fall. Der Leser taucht mit der wirklich erfrischenden Sprache der Autorin in die Geschichte und das Leben der Stadt ein, das dem flüchtigen Touristen entgeht. Sie zeigt auf, welche Persönlichkeiten und Entwicklungen Sydney zu dem gemacht haben, was es heute ist. Da das Buch 1992 erschien, liegt das Ende ihrer Darstellungen vor dem Zuschlag der Olympischen Spiele an Sydney und ist damit nicht mehr ganz aktuell. Jedoch geht es auch mehr um die historische Analyse und das alltägliche Leben der Stadt in den verschiedenen Epochen, vom Horror des Konzentrations- und Straflagers, den häufig korrupten städtischen Strukturen bis hin zum vorstädtischen Leben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dabei werden Minderheiten und die in Sydney lebenden Schwarzaustralier und ihre Wahrnehmung durch die Bevölkerungsmehrheit nicht ausgespart.
©PS


Surface City. Sydney at the Millennium.

aus Australien
[Peter Murphy & Sophie Watson]
Pluto Press Australia, Annandale 1997, 181 Seiten
Dieses Buch schließt in seiner Thematik an die Darstellung von Jan Morris an und liefert die aktuelle Perspektive einer Stadt, die sich in ein neues Jahrtausend aufmacht und dies nicht nur mit Olympischen Spielen gehörig feiert. Weniger mit historischer Analyse befaßt, zeigen die Autoren, daß Sydney eine Stadt der Oberflächen ist und welche verschiedenen Perspektiven es von Sydney gibt. Die touristische Sichtweise des Reisenden ist nur eine von vielen. Das Buch widerlegt gängige Vorstellungen über die Stadt und beschreibt das tatsächlich nicht immer problemlose Zusammenleben der vielen Kulturen. Außerdem geht es um die Bedeutung der homosexuellen Subkultur für Sydney und die Art und Weise, wie die Stadt mit ihren Images umgeht, um sich in der Welt als Tourismusziel oder Wirtschaftsstandort zu verkaufen.
Es ist eine aktuelle Analyse der Stadt und führt dem Leser ihre Probleme vor Augen, die von außen oder bei einem Besuch nicht unbedingt wahrzunehmen sind: soziale, politische und stadtplanerische Herausforderungen für die Zukunft sowie die starken Umweltprobleme, die aus der Überbevölkerung Sydneys resultieren, werden diskutiert. Eine wertvolle Ergänzung zum Reiseführer, wenn man sich ein realistisches Bild der Stadt machen und mehr über sie erfahren will.
©PS


The secret country

aus Grossbritannien
sehr empfehlenswert [John Pilger]
Vintage, London 1992, 400 Seiten
Das geheime Land ist das Australien jenseits der gängigen Vorstellungen und Klischees, der romantischen Ideen vom Leben im Bush oder dem multikulturellen Zusammenleben ohne Probleme. John Pilger deckt diese falschen Wahrnehmungen auf und präsentiert statt dessen historische Fakten. Ein auch in Australien heiß diskutiertes Buch.
©PS


Australien, die Besiedelung des fünften Kontinents

aus Deutschland aus Australien
noch nicht bewertet [Robert Hughes / Knaur Taschenbuch] nur noch antiquarisch erhältlich Bestseller aus dem englisch-sprachigen Raum, der sich mit der Besiedlung Australiens durch Sträflinge und andere in dem damaligen Europa unerwünschten Personengruppen beschäftigt.


Landschaft und Ökologie Australiens



The future eaters. An ecological history of the Australasian lands and people.

aus Australien
sehr empfehlenswert [Tim Flannery]
Reed Books, Port Melbourne, Hard Cover 1994 [Paperback 1995, 423 Seiten]
Interessant für alle die, die Australien besuchen und mehr darüber wissen möchten, wie es zu dem wurde, was der Reisende auf seinem Weg durchs Outback, die Weidelandschaften des Ostens, die großen Städte des Kontinents und an den Küsten als viel beschriebene Landschaft erlebt. Der erste der drei Teile des Werks behandelt die frühe, ja prähistorische Naturgeschichte des Kontinents, die Zeit, bevor die Vorfahren der heutigen Aboriginal Peoples Australien besiedelten. Der Mittelteil geht detailliert und mit großer Sachkenntnis, die dem Autor durch den ganzen Text hindurch bescheinigt werden kann, auf die Einwirkungen menschlicher Anwesenheit auf die ökosysteme ein. Wer also bisher glaubte, in Australien unberührte Natur anzutreffen, sollte sich in diesem und im letzten Teil des Buches eines Besseren belehren lassen. Das Zwischenspiel von Natur und menschlicher Kultur hatte in Australien große Folgen. Führte das "Land-Management" der Aboriginals im Lauf der Jahrtausende zu einer größeren Biodiversität, so ist der Einfluß europäischer Besiedelung auf Land, ökosysteme und Ureinwohner mit gravierenden Einschnitten, unverzeihlichen Fehlern und Zerstörung verbunden.
Im Kontext von Multikulturalismus und Annäherung an Asien entwickelt Flannery schließlich interessante Zukunftsperspektiven hinsichtlich Landschaftsnutzung, Bevölkerungsentwicklung und Nachhaltigkeit in fragiler Natur. Seine Anregungen zu einem umweltverträglichen Umgang mit (auch in Australien) endlichen Ressourcen sowie einer an die Umwelt angepaßten Kultur und Lebensweise aller Australier rundet diese Tour de force eindrucksvoll ab.
©PS


Landprints. Reflections on place and landscape

aus Australien
[George Seddon]
Cambridge University Press, Cambridge 1997, 254 Seiten
Diese Essaysammlung zeigt die Spannweite der Interessen und Arbeitsgebiete des australischen Geologen und Literaturwissenschaftlers George Seddon (*1927). Vorranging untersucht er den Einfluß von Orten auf Menschen und umgekehrt, wie Menschen Orte wahrnehmen (und in der Vergangenheit wahrgenommen haben) und diese Wahrnehmung durch Sprache artikulieren: Orte werden benannt, dadurch in Besitz genommen und in der Folge oftmals ausgebeutet.
Er geht der Frage nach, auf welche Art und Weise Orten in Australien künstlerischer Ausdruck verliehen wurde und wird und welche Bedeutung die künstlerische Gestaltung eines Ortes, z.B. eines Gartens für die Menschen in Australien hat. Außerdem wird eine Einbettung der Gedanken über Orte und Landschaften in größere Zusammenhänge wie ideologische und Umweltdebatten oder die Frage nach den Chancen und Folgen der Globalisierung vorgenommen.
Diese Reflexionen über die Faszination der australischen Landschaft, der auch der Autor erliegt, und deren "genius loci" sind teilweise auf recht abstraktem Niveau angesiedelt, werden aber immer wieder durch Beispiele und Anekdoten aus der Berufserfahrung Seddons aufgelockert. Sie entlocken dem Leser das eine oder andere Schmunzeln, das für die nicht ganz einfache Lesbarkeit mancher Passagen entschädigt. Auf diesem Weg erfährt man Vieles über Westaustralien und den Südosten des Kontinents, was in keinem Reiseführer steht.
©PS


Seeking the Centre. The Australian desert in literature, art and film

aus Australien
[Roslyn D. Haynes]
Cambridge University Press, Cambridge 1998, 364 Seiten.
In diesem Buch wird die Bedeutung der Wüste für Australiens Gesellschaft und Kultur aus verschiedenen Perspektiven ausgeleuchtet. Außerdem gibt es eine historische Dimension: die Wüste als Lebensraum für die aboriginalen Völker vor dem verheerenden Kontakt mit Europäern, als mysteriöser Hoffnungsträger und Abenteuerspielplatz für Entdecker, Goldgräber und Glücksritter im 19. Jahrhundert und als exotischen, aber auch gefährlichen Ort, der eine Faszination auf einheimische wie ausländische Touristen ausübt.
Die Autorin liefert eine interdisziplinäre, gut lesbare und hochinteressante Analyse der Funktion der Wüste in australischer Literatur, in der bildenden Kunst und im Film und zeigt auf diese Weise, wie die Wüste als Fiktion oder Konstrukt die nationale Kultur Australiens geprägt hat und weiter prägt.
©PS

Ludwig Leichhardt



Der 1813 in Trebatsch /Brandenburg geborene Forscher Ludwig Leichhardt gilt als Humboldt Australiens. Der Zoologe, Botaniker und Geologe kam 1842 nach Australien. Er durchquerte den Kontinent innerhalb von 15 Monaten zwischen 1844 und 1845 als erster Weißer von Osten nach Norden und entdeckte unter anderem das größte Kohlelager des fünften Kontinents und trug so zum wirtschaftlichen Erfolg des Landes bei.. Seit April 1848 ist er verschollen. Lediglich einige Baumstämme mit Leichhardts Initialen weisen auf seine Expeditionsroute hin.

In Australien sind Stadtteile, ein Highway , mehrere Flüsse, ein Wasserfall, Farmen, Tiere und Pflanzen nach ihm benannt. Auch ein Verein in Trebatsch bemüht sich um sein Andenken und unterhält dort ein Museum. 2013 wird in der Spreewald-Region das "Leichhardt-Jahr" gefeiert.
 
Vereine mit Australien-Bezug - u.a. mit der Gesellschaft Ludwig Leichhardt e.V.
Wikipedia (DE): Ludwig Leichhardt

Die erste Durchquerung Australiens: Von Brisbane zum Northern Territory

aus Deutschland
[Franz Braumann (Herausgeber), Ludwig Leichhardt (Autor)]
2012, 350 Seiten
Preußisch exakten Aufzeichnungen, niedergeschrieben im Reisebericht Tagebuch einer Landreise in Australien von Moreton-Bay nach Port Essington. Sie halfen Abenteurern und Siedlern, das Neuland zu erobern.

Ludwig Leichhardts Briefe an seine Angehörigen

aus Deutschland
[Esther von Krosigk (Herausgeber), G. Neumayer (Autor), Otto Leichhardt (Autor)]
Vdm Verlag Dr. Müller, 236 Seiten
Leichhardts Reiseaufzeichnungen plus Vorwort.

200. Geburtstag des Australienforschers F. W. Ludwig Leichhardt (1813 - 2013)

aus Australien
[Ludwig R. H. Leichhardt]
2010, 204 Seiten

Tagebuch einer Landreise in Australien von Moreton-Bay nach Port Essington während der Jahre 1844 und 1845

aus Deutschland
[Ludwig Leichhardt (Autor), Ernst Amandus Zuchold]
Books on Demand, 2010, 456 Seiten

Der Australienforscher F. W. Ludwig Leichhardt in der Zoologie

aus Deutschland
[Ludwig R. H. Leichhardt (Herausgeber)]
2005, 178 Seiten

Das Unmögliche wagen: Ein australischer Epos - Ludwig Leichhardt - Wanderer zwischen Traum, Wissenschaft und Anspruch

aus Deutschland
[Hans Wilhelm Finger]
2001, 476 Seiten Kurzversion (PDF)

Ludwig Leichhardt - Wanderer Zwischen Den Welten (Hörspiel)

aus Deutschland
[Kai-Uwe Kohlschmidt]
RBB, 2009, 65 min
2008 begaben sich die Künstler Kai-Uwe Kohlschmidt, Jane Ullmann und Peter Adler auf Spurensuche in die Simpsonwüste. Im Hörspiel sind die beiden 160 Jahre auseinanderliegenden Expeditionen auf einer Zeitachse mit O-Tönen und Musik montiert. Das Hörspiel versucht den kulturellen Konflikt darzustellen, der aus Ludwigs Leichhardts Entdeckungen resultiert: das Hereinbrechen einer fremden Macht in den abgeschlossenen Kulturraum der Aborigines.

Von Bedeutung ist auch Leichhardts sorbische Herkunft. Sie gibt diesem Konflikt eine doppelte Basis, gehört Leichhardt doch somit einer Kultur an, die selbst durch die Jahrhunderte hindurch Kämpfe der Assimilation und der kulturellen Selbstbestimmung hinter sich weiß und ihre eigene Identität behaupten muss. Das Hörspiel vernetzt zunehmend sorbische Mythologie und Märchentexte mit der Traumwelt der Aborigines.


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