Wer sich über die üblichen Informationen in Reiseführern hinaus mit Kultur und Geschichte der Aboriginals auseinander setzen will, um auf Begegnungen, z.B. bei von ihnen geführten Touren in den Bush vorbereitet zu sein, dem sei ihre eigene Stimme ans Herz gelegt. Es gibt eine Anzahl von Romanen, Gedichten, Theaterstücken und mündlichen Erzählungen (Oral Narratives), die Einblick in Lebensweise, Geschichte und die Behandlung der Ureinwohner durch Weiße gewähren. Übersetzungen ins Deutsche sind selten, weil die Werke unter Umständen viel von ihrer Authentizität einbüßen würden. Viele Texte, seien es Biographien, Theaterstücke oder Gedichte befassen sich mit der Identitätsfindung in der weißen Gesellschaft, mit Annahme und Ablehnung, Veränderung, Festhalten und Protest.

Die Auswahl erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Aufgrund der häufigen Änderungen können wir für die nachfolgenden Angaben leider keine Gewähr übernehmen. Für die sehr intensive Mithilfe bei der Zusammenstellung der Literatur auf dieser Seite danken wir Petra Schleuning, Hannover. Sie ist verantwortlich für sehr viele Rezensionen auf dieser Seite, die jeweils mit dem Kürzel ©PS gekennzeichnet sind. Das Kürzel HH kennzeichnet Rezensionen von Hubert Heine, Wien. Beide haben sich mit dem Thema Aboriginal-Literatur im Rahmen von Diplom- oder Magisterarbeiten beschäftigt.

Bitte teilen Sie mit, wenn Sie Verbesserungs- und Ergänzungsvorschläge haben. Vielen Dank.


Sachbücher



Our Land is our life. Land Rights — Past, Present, Future

aus Australien
sehr empfehlenswert [Galarrwuy Yunupingu (Hrsg.)]
University of Queensland Press, St. Lucia 1997
Die Geschichte der Landrechte-Bewegung in Australien wird in diesem Buch von verschiedenen Autoren geschildert und in Erlebnisberichten erzählt. Außerdem findet eine Verortung der sozialen, gesellschaftlichen und juristischen Verhältnisse der aboriginalen Gruppen statt. Ein Ausblick in die Zukunft formuliert Ziele und Visionen des künftigen Zusammenlebens von schwarz und weiß in Australien.

Der Autor und Herausgeber ist der Aktivist und Frontman der Band Yothu Yindi aus dem nordaustralischen Arnhemland, die auf der Seite zur australischen Musik in AUSTRALIEN-INFO.DE näher vorgestellt wird.
©PS



Die Welt der Aborigines. Das Lexikon zur Mythologie der australischen Ureinwohner.

aus Australien
sehr empfehlenswert In Form eines Lexikons werden hier in alphabetischer Reihenfolge Mythen, Geschichten, Ereignisse und Wesen aus der Schöpfungsgeschichte, die von den Europäern als "Traumzeit" bezeichnet wurde, vorgestellt. Zusammengetragen hat diese Informationen Mudrooroo Narogin, der Autor des ersten schwarzaustralischen Romans, ein weitgereister, vielfältig belesen und gebildeter Universitätsdozent.

[Mudrooroo]
Goldmann, München 1996, 249 Seiten
(engl.: Aboriginal mythology. An encyclopedia of myth and legend. 1995)
Weitere Titel von Mudrooroo:
  • Flug in die Traumzeit. Unionsverlag, Zürich 1999, 190 Seiten
  • Us mob. History, culture, struggle: An introduction to indigenous, Australia (1995)
  • Writing from the fringe: a study of modern Aboriginal literature (1990)
  • Wild Cat Falling
©PS


Textual Spaces. Aboriginality and Cultural Studies

aus Deutschland aus Australien
[Stephen Muecke]
UNSW Press, Kensington 1992
Stephen Mücke ist zwar selbst nicht Aboriginal, sondern ursprünglich deutscher Abstammung, hat jedoch mit vielen Aboriginals zusammengearbeitet und beispielsweise viele Geschichten aufgezeichnet und dokumentiert. Seine Arbeit wird sowohl vom weißen als auch vom schwarzen Australien anerkannt.

In diesem Buch untersucht er das Verhältnis zwischen schwarz und weiß auf kolonial-historischer, kultureller und vor allem sprachlicher Ebene. Er zeigt, auf welche Art und Weise die englische Sprache in diesem Fall diskriminierend war und noch immer ist. Eingebettet in den historischen Kontext zeigt er aus verschiedenen Perspektiven, wie geistige Strömungen einer Zeit die Sprache dahingehend beeinflussen, dass sie diskriminierend wirkt, dies den Sprechern aber nicht bewußt wird. Im Gegenteil wähnten sie sich oft im Recht und verfolgten, aus ihrer eigenen Perspektive, positive Ziele. Die Sprache ist im kolonialen Kontext nicht nur rassistisch diskriminierend, sondern auch auf anderen, subtileren Ebenen.
©PS



Through Silent Country

aus Australien
sehr empfehlenswert [Carolyn Wadley Dowley]
Fremantle Arts Centre Press 2000. 462 Seiten.
Achtzehn Aboriginals der Wongutha werden von der "Schutzbehörde" für Aboriginal People in Western Australia aus Ihren Gemeinschaften gerissen und in einem Camp tausend Kilometer entfernt interniert. Es sieht hoffnungslos aus für sie, ihr Schicksal scheint besiegelt. Dennoch wagen sie das unvorstellbare: sie fliehen und laufen nach Hause, zurück zu ihrem Land. Und alle außer einem kommen wohlbehalten dort an.
Diese Recherche präsentiert verschiedene Quellen zur Rekonstruktion der Geschichte, die sich 1921 am Rand der Victoria Desert zutrug und in die Historie nicht nur der Wongutha, sondern Westaustraliens einging. Ausgehend von einer kurzen Erzählung in einem alten Buch, wenig mehr als ein Gerücht der Ereignisse, macht sich die Autorin auf, mehr zu erfahren. Sie fährt zu den Wongutha, die sich bereit finden, ihre Geschichten mit Ihr zu teilen. Sie erlauben somit auch dem Leser Einblicke ins Leben von Opfern der Stolen Generation. Diese sehr persönlichen Berichte von Nachkommen der Geflüchteten werden zusammen mit Archivmaterial und dem Tagebuch der Autorin vorgestellt. Besonders anhand der Archivalien wird die Arroganz deutlich, mit welcher die weiße Obrigkeit Westaustraliens bis vor wenigen Jahren ihre Aboriginal Policy betrieb. Im abschließenden Kapitel wird die "offizielle" Version der lange verstaubten Regierungsakten und die Erkenntnis aus den Erzählungen kombiniert und die Geschichte aus beiden Perspektiven rekonstruiert. Ein Buch, das einmal mehr mit indigener Stimme spricht und den Respekt vor den Kulturen, vor allem aber vor den Menschen lehren will.
©PS


Am Anfang war der Traum. Die Kulturgeschichte der Aborigines

aus Australien
[Robert Lawlor]
Droemer Knaur. München 1993
(engl.: Voices of the First Day. Rochester 1991)
Dieser ethnologische Wälzer führt detailliert ein in traditionelle Gesellschaftsstrukturen, Religion, Mythen und Riten aboriginaler Gruppen und gibt einen guten Überblick über Aspekte der traditionellen Lebensweise.
©PS


Autobiographien & Lebensgeschichten



Autobiographien bzw. Lifestories bilden ein bedeutendes Genre in der Aboriginal literature. Sie sind subjektiv und beziehen die Ereignisse in ihrer Wirkung auf die betroffenen Personen. Schwarzaustralische Geschichte ist hautnah mitzuerleben! Es gibt unzählige Werke in diesem Genre, die unmöglich alle hier erfaßt werden können. Daher mag eine kleine Auswahl der wichtigsten genügen.

Ich hörte den Vogel rufen

aus Australien
sehr empfehlenswert [Sally Morgan]
Unionsverlag, Zürich 1999, 480 Seiten
(engl.: My Place. Virago, London 1999, 358 Seiten)
Sally Morgans Buch "My Place" ist wahrscheinlich die am häufigsten verkaufte und gelesene Autobiographie einer schwarzen Australierin, die erst im Teenager-Alter auf ihre wahre Abstammung und Vergangenheit stößt. Bis dahin hatte sie geglaubt, sie sei Inderin und seltsame Verhaltensweisen bei ihrer Großmutter festgestellt. Diese weigerte sich auch hartnäckig über ihre Jugend zu erzählen.
Morgan berichtet von der Suche nach ihrer Identität und ihrem Platz in der Gesellschaft, in der sie sich als Halb-Aboriginal und Akademikerin eine privilegierte Position erkämpft hat. Die Recherche für das Buch läßt sie nicht nur ihre eigene Lebensgeschichte erzählen, sondern auch die ihrer Mutter, eines Onkels und schließlich auch die der Großmutter, die ihre Geheimnisse aber für sich behält, rekonstruieren. My Place ist eine konstruierte und komponierte Autobiographie mit vielen Qualitäten, aber auch vielen Aspekten, die scharf kritisiert wurden. Morgans Verdienst dürfte es jedoch sein, mit diesem Buch, das 1988, im Jahr der australischen Zweihundertjahrfeiern erschien, ein breites Publikum erreicht und auf die Belange der schwarzen Australier in ihrer komplizierten gesellschaftlichen Position aufmerksam gemacht zu haben.
Weitere Titel von Sally Morgan:
  • Wanamurraganya. Die Geschichte von Jack McPhee. Unionsverlag, Zürich 1997, 256 Seiten (engl.: Wanamurraganya. The story of Jack McPhee. Fremantle Arts Centre Press, Fremantle 1989)
©PS


Shadow Child. A memoir of the stolen generation.

aus Australien
[Rosalie Fraser]
Hale & Iremonger, Alexandria 1998, 272 Seiten
Rosalie Fraser wuchs nicht, wie Sally Morgan, bei ihrer Familie auf, sondern in einer "Pflege"-Familie, die sie immer spüren ließ, daß sie aboriginal, und damit anders und minderwertig ist. In ihrer Kindheit muss sie für die Familie arbeiten, wird mißbraucht, geschlagen und in ihrem Selbstwertgefühl verletzt. Sie baut eine stark widersprüchliche Beziehung zu ihrer Pflegemutter auf, da ihr der Kontakt zu den leiblichen Eltern verwehrt bleibt. Erst nach dem Ausbruch aus der Pflegefamilie im Erwachsenenalter, als sie schon Kinder hat, erkämpft sie sich mühsam Informationen über ihre Familie, die Eltern und Geschwister.
Das Buch zeigt exemplarisch ein Schicksal von vielen, die der australischen Assimilationspolitik im 20. Jahrhundert zum Opfer fielen. Die bis heute vorhandenen, praktischen Folgen dieser Politik zeigen sich in Rosalie Frasers zähem Kampf gegen die Bürokratie, die ihr auch als erwachsener Person das Recht auf eine vollständige Identität, welche die Kenntnis der eigenen Eltern einschließt, verwehrt.
©PS


Weitere (Auto-)Biographien

aus Australien

©PS


Romane, Erzählungen, Kurzgeschichten / Fiction



Wild Cat Falling

aus Australien
[Mudrooroo]
Angus & Robertson, Pymble 2001, 131 Seiten
Wegen eines Ladendiebstahls sitzt ein namenloser junger Kerl im Gefängnis. Nach seiner Freilassung fühlt er sich, schüchtern und verunsichert, in der neu gewonnenen Freiheit unwohl. Er trifft auf eine junge Frau, die ihn kurzzeitig in studentische Kreise integrieren kann, bis er wieder den Weg zu seiner alten Clique findet, deren orientierungsloses Leben am Rand der Gesellschaft um eine Milchbar, um Kleinkriminalität und Gefängnisaufenthalte kreist. Die nächste Verhaftung ist damit abzusehen.
Das Buch erzählt die Geschichte des Interims in Freiheit und von der Schwierigkeit, aus dem Teufelskreis von Ausgrenzung, dem Wunsch nach Anerkennung, materieller Not und Kriminalität auszubrechen. Wild Cat Falling ist der erste gedruckte Roman eines Aboriginals. Er erschien 1965, ein Jahr nach dem ersten publizierten Lyrikband von Oodgeroo Nunuccal. Das Vorwort der Erstausgabe von Mary Durack spiegelt die Einstellung der weißen Gesellschaft gegenüber Aboriginals bzw. Mischlingen, die noch immer als schutzwürdig und in gewisser Weise als unmündig gesehen wurden, wider. Die heute vorangestellte Einführung von Stephen Muecke ist daher hilfreich, den Sinneswandel, der sich seit dem vollzogen hat, zu charakterisieren und die kulturelle Kompetenz schwarzer australischer Autoren zu bestärken.
Weitere Titel von Mudrooroo:
  • Indigenous literature of Australia (1999)
  • Doin Wildcat (1999)
  • The Kwinkan (1993)
  • Master of the ghost dreaming (1991) (dt.: Flug in die Traumzeit. Unionsverlag. Bern 1999. 196 Seiten)
  • Doctor Wooreddy's prescription for enduring the ending of the world (1983)
  • Long live Sandawara (1979)
©PS


Paperbark. A collection of black Australian writings

aus Australien
[Jack Davis, Stephen Muecke und andere]
University of Queensland Press, St. Lucia 1990, 369 Seiten
Eine Sammlung von Gedichten, Theaterstücken, Erzählungen und Geschichten, die zum ersten Mal das ganze Spektrum der schwarzen Literatur in Australien repräsentiert.
©PS


Barungin (Smell the Wind).

aus Australien
[Jack Davis]
Currency Press 1989. 63 Seiten
Jack Davis ist wohl der bekannteste Aboriginal-Dramatiker Australiens. Er ist so etwas wie der Wegbereiter des schwarzaustralischen Theaters! Leider ist er 2001 verstorben. Auch war er in Sozialrechtsfragen sehr engagiert und hat sich immer wieder um die Anliegen seiner Mitmenschen gekümmert. "Barungin" ist Davis's politischstes Stück. Er behandelt darin die unzähligen ungeklärten Fälle der Death in Custody. Auch aufgrund dieses Theaterstückes wurde später von der australischen Regierung eine Kommission eingesetzt, die dieses Thema untersuchen und aufarbeiten sollte. Die Recherchen und Ergebnisse waren niederschmetternd.
©HH


Weitere Titel

aus Australien
  • Der Mondredner [Archie Weller] Klett-Cotta, Köln 2000, 518 Seiten (engl.: Land of the golden clouds. Allen & Unwin & IPG, 1999)
  • Stradbrokes Traumzeit [Oodgeroo Noonuccal] Geschichten. Edition Isele, Eggingen 1996, 120 Seiten (engl.: Stradbroke Dreamtime)


Theater



No Sugar

aus Australien
[Jack Davis]
Currency Press, Sydney 1986, 118 Seiten.
Milli und Sam leben zusammen mit ihren Kindern, der Großmutter und Millis Bruder Jimmy von den staatlichen Rationen, die von der örtlichen Polizei ausgeteilt werden. Diese werden immer weniger bis die Familie schließlich unter fadenscheinigen Gründen von ihrem angestammten Land in ein Lager verlegt wird, als handele es sich um eine Herde Vieh. Die Lebensbedingungen der Menschen in den Camps werden deutlich und provozieren Widerstand unter ihnen. Der, übrigens authentische, für die Internierung der Aboriginals zuständige höchste Beamte sieht sich niederen lokalpolitischen Interessen und wirtschaftlichen Zwängen ausgesetzt, und glaubt zu dem, das Beste für die betroffenen, in seinen Augen unmündigen Menschen zu tun. Diesen gelingt jedoch der Widerstand und ein kleiner Sieg gegen die weiße Willkür.
Dieses gefeierte Theaterstück (uraufgeführt 1985 in Perth) beleuchtet den rücksichtslosen weißen Umgang mit schwarzen Australiern in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Der Band enthält ein Glossar und umfangreiche Ausführungen zum historischen und autobiographischen Hintergrund.
Weitere Titel von Jack Davis
  • In Our Town (1992)
  • Plays from Black Australia. Currency Press, Sydney 1989, 233 Seiten
  • Kullark (Home): The Dreamers (1982)
  • Moorli and the Leprechaum. Currency Press 1994, 61 Seiten.
    Davi's Kinder-Theaterstück: Dieses Kinderstück ist sehr liebevoll geschrieben und behandelt die Abenteuer von Moorli, dem Aboriginal rainmaking spirit und Loopy, einem irischen Kobold, der gemeinsam mit Captain Cook in Australien angekommen ist.
©PS & HH


Murras

aus Australien
[Eva Johnson]
In: Plays from Black Australia (hrsg. v. Jack Davis) - Currency Press, Sydney 1989, 233 Seiten.
Ruby wird mit ihrer Tochter Jayda und dem Sohn Wilba aus dem Bush in die Stadt umgesiedelt. Der Protest gegen den erzwungenen Umzug hatte der Familie nicht genutzt und sie sehen sich mit den Assimilationserwartungen der weißen Mehrheitsgesellschaft konfrontiert. Jayda, die in einem Krankenhaus arbeitet, gelingt die Integration zu einem bestimmten Maß, bis sie erfährt, daß sie als Kind unwissentlich Opfer medizinischer Versuche wurde. Ihr Bruder Wilba verweigert die Assimilierung und schließt sich der politischen Protest- und Landrechtebewegung der 70er Jahre an. Einzig Ruby bleibt ihrer alten Gedankenwelt verbunden, es gelingt ihr nicht, Vergangenheit und Gegenwart sinnvoll zu verknüpfen.
©PS


Weitere Titel

aus Australien
  • The Cherry pickers [Kevin Gilbert] (1988)
    Das erste schwarzaustralische Theaterstück überhaupt. Kevin Gilbert war und ist einer der wichtigsten Aboriginal-Dramatiker, Poeten und Aktivisten.
  • Big Sunday [Mudrooroo Narogin] (1987)
  • The Cake Man [Bob Merritt] (1978)
  • Bran nue day [Jimmy Chi] Magabala Books (1991)
    Das erste Aboriginal-Musical feierte riesige Erfolge innerhalb Australiens und war mehrere Monate auf Tour. Nachfolgend gab es noch das Stück "Corrugation Road" ebenfalls von Chi.
  • The Seven Stages of Grieving [Wesley Enoch und Deborah Mailman]
    Enoch ist der neue Aboriginal-Star-Regisseur, der auch viele andere Produktionen gemacht hat. The Seven Stages tourte sogar durch Europa und ist äusserst sehenswert.


Oral Narratives



Gularabulu. Stories from the West Kimberley.

aus Australien
sehr empfehlenswert [Paddy Roe]
Hrsg. v. Stephen Muecke. Fremantle Arts Centre Press, South Fremantle 1993, 98 Seiten Paddy Roe ist ein wichtiger Mann für die aboriginalen Gruppen im Nordwesten Australiens, an Kimberleys Gularabulu, der "Küste der untergehenden Sonne". Er kennt sich sowohl mit den Mythen, Zeremonien und Traditionen seines Volkes aus, als auch mit der weißen Kultur und dient beiden als Vermittler über die kulturellen Grenzen. In Gularabulu erzählt er Geschichten, die dem öffentlichen Teil des kollektiven Wissens seines Volkes zuzuschreiben und deshalb für jedermann und –frau und auch für Weiße zugänglich sind. Zwei davon sind Mythen aus der Traumzeit, die anderen handeln von Konfrontation und Zusammenleben von Ureinwohnern und Weißen. Sie erzählen von gestohlenen Kindern, von Geistern und Magie.
©PS


Gularabulu - Legenden aus den West Kimberleys

aus Australien
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sehr empfehlenswert [Karl Merkatz liest Paddy Roe]
Wie kommt man der Kultur der australischen Ureinwohner näher? Man kann Bücher lesen (gut), versuchen das eigenartige Blasinstrument Didgeridoo zu verstehen und zu spielen (auch gut). Man kann sich aber auch intensiv einem Hörbuch widmen, dass einen in einfühlsamen Geschichten für rund 76 Minuten nach Australien entführt. Das Kino spielt sich dabei im Kopf ab - ganz im Sinne eines qualitätsbewussten Radio-Features. Das hat sich wohl auch die Redaktion von HR 2 gedacht und dieser Scheibe eine verdient gute Kritik geschrieben. Es wird ja mittlerweile immer popluärer bei längeren Autofahrten statt dem einheitlichen Gedudel irgendeiner Popwelle zur Abwechslung auch mal eine anspruchsvolle CD (oder MC) einzulegen. Natürlich eignet sich diese CD auch für zuhaus, aber wir hören Paddy Roeund David Hudson einfach gerne auch auf unserer modernen Art des Walkabouts (jenem Umherziehen, das für die australischen Ureinwohner ja so prägend ist).
Unser Forum-Nutzer Hubert Heine war Produzent der CD "Gularabulu".


Mooncumbulli - Mythen und Legenden der australischen Aborigines

aus Australien
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sehr empfehlenswert [Karl Merkatz liest David Unaipon]
1920 wurde Unaipon von der Adelaide Universität beauftragt, traditionelle Geschichten der Aboriginal People Geschichten aus Südaustralien für ein Buchprojekt zusammenzustellen. Viele der wunderbaren Geschichten, die er sammelte, stammten von seinem eigenen Volk, den Ngarrindjeri. Publiziert wurden die Geschichten 1930 unter dem Titel "Legenden und Mythen der Australischen Aborigines". Allerdings werder unter seinem Namen noch unter Angabe der Universität. Als Autor trat ein gewisser W. Ramsay Smith (Anthropologe und Leitender Amtsarzt von Südaustralien) in Erscheinung. Dass diese Sammlung in Wahrheit einem der wohl ersten Aboriginal-Aktivisten, Wissenschaftler, Prediger und Erfinder zu verdanken ist klärte sich erst 2001 in einem aufwendigen Forschungsprozess.

Der Mooncumbulli ist ein alter weiser Mann. Man kann sich wohl kaum eine bessere Besetzung für diese Rolle vorstellen als Karl Merkatz. Er gurrt sich im besten Sinne durch die Geschichten und hat genau so eine Stimme wie man sie sich eben von weisen Männern vorstellt.

Lesen Sie mehr in unserer ausführlichen Rezension in unserem Online-Marktplatz



Mary Känguru und ich

aus Australien
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sehr empfehlenswert [Thomas Brezina liest Kevin Gilbert]
Ein gutes Hörbuch zeichnet sich dadurch aus, dass man es immer und immer wieder hören möchte, weil es eine reizvolle Geschichte hat, die der Erzähler mit feinen sprachlichen Nuancen versieht und dessen Atmosphäre in Bann zu nehmen weiss. "Mary Känguru und Ich" wird diesem Anspruch mehr als gerecht. Es erzählt die wahre Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft zwischen dem kleinen Aboriginal-Jungen Darling und der Känguru-Waisin Mary.
Die Geschichten basieren auf den Erlebnissen des Aboriginal-Autors Kevin Gilbert. Er wurde 1933 als das jüngste von acht Kindern im Waradjuri-Volk am Ufer des Kalara (Lachlan River), der durch den Bundesstaat New South Wales fliesst, geboren. Gilbert gilt als bedeutender Dichter, Dramatiker und Schriftsteller. Gilbert bekam 1978 den National Book Council Arward und 1988 den Menschenrechtspreis für Literatur. Im Jahre 1992 war er Stipendiat des Australian Artists Creative Fellowship. Er hatte eine bedeutende Rolle als Herausgeber von Aboriginal-Literatur wie "Living Black" und "Inside Black Australia". Er verstarb 1993.
Die CD enthält neben den Geschichten auch Aboriginal-Country-Musik der "Bush Kids". Sie wird vervollständigt von Didgeridoo-Sequenzen des Künstlers "Kooby".

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Reading the Country. Introduction to Nomadology

aus Australien
sehr empfehlenswert [Krim Benterrak, Stephen Muecke und Paddy Roe]
Fremantle Arts Centre Press, South Fremantle 1996, 280 Seiten Mündliche Erzählungen und viele Fotos, die das aboriginale Leben im Outback illustrieren. Außerdem besticht der großformatige Band (Paperback) durch die Malerei Krim Benterraks, die Landschaften, Orte und Geschichten der Erzählungen Paddy Roes aufgreift und dem Leser in schönen, australischen Farben näher bringt. Die Geschichten erzählen u.a. von der alltäglichen Begegnung der Aboriginals mit der weißen Staatsgewalt, vom Regenmachen und von der "Traumzeit".
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Geheime und heilige Pfade der Ngarinyin, Aborigines in Australien.

aus Deutschland
[Gwion Gwion]
Könemann Verlagsgesellschaft. Köln 2000. 335 Seiten
Dieser schöne großformatige Bildband entstand in den Kimberleys im Nordwesten Australiens. Die Ngarinyin baten den Ethnologen Jeff Doring, sie bei der Dokumentation ihres kulturellen Erbes zu unterstützen, ihre Geschichten, Mythen und Traditionen zu erhalten und zugänglich zu machen. So berichten die Ältesten in ihren Erzählungen von der Landschaft, die die Fotos festhalten und von den Geschichten, die ihre Felsmalereien zeigen. Die Erzählungen liegen in deutsch, englisch und französisch vor, zentrale Begriffe aus der Sprache der Ngarinyin bleiben unübersetzt, werden im Anschluss an die Kapitel aber erläutert. Mit Hilfe umfangreicher weiterer Erläuterungen gelingt es, die Kultur der Ngarinyin auf unkonventionelle Art und Weise zu vermitteln.
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Weitere Titel

aus Australien


Lyrik



Schwarzaustralische Gedichte

aus Australien
empfehlenswert [Oodgeroo Nunnuccal, Jack Davis, Kevin Gilbert, Bobbi Sykes, Mudrooroo Narogin, Lionel Fogarty]
Hrsg. v. Hans-Joachim Zimmermann. Mattes Verlag, Heidelberg 1999
Der Band vereint eine Auswahl verschiedener Gedichte der genannten Autoren in der Originalsprache und (nicht immer gelungener) deutscher Übersetzung. Sie machen aboriginale Lebenswelten auf eine neue Art und Weise zugänglich. Die Gedichte tragen Protest weiter, erzählen Geschichten von Unterdrückung, Tod und Triumph, decken ein großes Spektrum an Emotionen ab. Die Themen reichen über Unterdrückung und Entwurzelung, Umweltzerstörung, Stolen Generation und Todesfälle in Polizeihaft (aboriginal deaths in custody). Die Autoren setzen sich nicht nur publizistisch für die Anliegen und Probleme der Aboriginals in der weißen Gesellschaft ein, sondern engagieren sich auch politisch und in aktiven Protestgruppen. Das reizvolle Element dieser Lyrik ist nicht zuletzt die Besonderheit der Sprache. Ein mit Pidgin und Ausdrücken der aboriginalen Sprachen durchsetztes Englisch ("oral poetry", "murri creole") zeigt eindrucksvoll die Wiederfindung einer kulturellen Identität durch die Anpassung und Überformung vorhandener kultureller Ressourcen. Abgerundet wird diese Sammlung durch eine Einleitung zu Kultur, Geschichte und Literatur des schwarzen Australien, Biographien der Dichter Kommentierung der Gedichte und eine Bibliographie. (siehe auch Rezension im Newsletter von AUSTRALIEN-INFO.DE)
©PS


Zentrale Werke schwarzaustralischer Poeten

[Oodgeroo Noonuccal] aus Australien
  • My people: a Kath Walker collection (1970)
  • The dawn is at hand: poems (1966)
  • We are going: poems (Brisbane 1964, die erste Veröffentlichung von Aboriginal Poetry)
[Jack Davis] aus Australien
  • Black life: poems (1992)
  • John Pat and other poems. (1988)
  • Jagardoo: poems from Aboriginal Australia (1978)
  • The first born and other poems (1970)
[Kevin Gilbert] aus Australien
  • Black from the edge (1994)
  • The Blackside: People are legends and other poems (1990/92)
  • Inside Black Australia: An anthology of Aboriginal poetry (1988)
  • People are Legends: Aboriginal poems (1978)
[Lionel Fogarty] aus Australien
  • New and selected poems: Munaldjali, Mutuerjaraera (1995)
  • Jagera (1990)
  • Ngutji (1984)
  • Kudjela (1983)
  • Yoogum Yoogum (1982)
  • Kargun (1980)
[Bobbi Sykes] aus Australien
  • Eclipse (1996)
  • Love poems and other revolutionary actions (1988)
[Mudrooroo Narogin] aus Australien
  • The garden of Gethsemane: poems from the lost decade (1991)
  • Dalwurra, the black bittern: a poem cycle (1988)
  • The song circle of Jacky and selected poems (1986)


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