Normalerweise treiben die Passatwinde warmes Oberflächenwasser vom amerikanischen Kontinent über den stillen Ozean nach Südostasien und Australien. Dort regnen die Winde ihre aus dem Meer aufgenommene Feuchtigkeit ab. Kaltes Tiefenwasser steigt vor der amerikanischen Küste auf und ersetzt die nach Westen gewehten Wassermassen.

Alle zwei bis neun Jahre kippt das Wetterschema - El Niño kommt. Beobachtet wird das Phäomen durch die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) - ein UNO-Behörde: Die Passatwinde werden schwächer, setzen aus oder kehren sich sogar um. Das warme Oberflächenwasser fließt ostwärts Richtung Amerika, die Regenmassen gehen über dem Meer und an der südamerikanischen Küste nieder. Asien und Australien sitzen auf dem Trockenen.
World Meteorological Organization (WMO) - die Weltmeterologen.


Auswirkungen in Australien




Western Australia, das am Indischen Ozean liegt, ist vom El Niño-Effekt nahezu unbetroffen. Die Hitze in Perth (im Januar Temperaturen mehrfach über 40 Grad) ist für die Jahreszeit ganz normal.


El Niño



2015/16 Am 13. November 2015 stufte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf die aktuelle El-Niño-Phase als die stärkste seit mehr als 15 Jahren ein. Eventuell entwickelt sich die aktuelle Phase auch zur stärksten seit Beginn der Aufzeichungen anno 1950.

Die entsprechen Signale gehen von deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen an der Wasseroberfläche im östlichen Pazifik in der Nähe des Äquators aus. Im Oktober 2015 wurden dort 1,9 bis 2,5 Grad über dem Durchschnitt gemessen. Solche hohen Werte gab es seit Beginn der Messungen vor 65 Jahren nur drei Mal. Für den Januar 2016 wird der Höhepunkt El-Niño-Phase erwartet. In Australien wird befürchtet dass dieser Sommer im Süden wieder mit sehr viel Hitze und starken Winden und somit einer hohen Gefahr von Buschbränden verbunden ist.

1997/98 Hitzewellen, schwere Stürme, Flächenbrände, Überschwemmungen sowie Frost- und Dürreperioden charakterisierten diese El Nino-Phase. Allein die Sachschäden durch das damalige Klimaphänomen werden auf rund 32 Milliarden Dollar geschätzt. In Australien wurden unter anderem folgende Auswirkungen registriert:
  • Neue November-Rekordtemperaturen: 27.11.97: Sydney 38, Canberra 36, Melbourne 40,3 Grad. Der Spitzenwert kam aus Wagga-Wagga (New South Wales) mit 43 Grad.
  • Auch im Dezember 1997 und Januar 1998 erreichten die Temperaturen vielerorts annähernd 40 Grad.
  • Betroffen waren in erster Linie die Weizenbauern in den Bundesstaaten South Australia und Victoria, deren Ernte aufgrund der Dürre nach dem Rekordjahr 1996/97 um 28 Prozent geringer ausfiel.
  • Die Skisaison 1997 fiel kürzer als sonst aus, da die Niederschläge weitgehend ausblieben.

Wikipedia DE: El Niño


La Niña



Das Gegenstück ist zu El Niño ist La Niña: Bei diesem Phänomen verstärken sich die Winde über dem Pazifik, so dass seine Temperatur tiefer sinkt als üblich. Feucht-warme Luft wird rasch in den Osten von Australiens gelenkt und dort wo sonst im Binnenland ein semiarides Klima vorherrscht regnet es sehr stark und auch viel weiter südlich als sonst üblich in der Regenzeit - so wie in Queensland Ende 2010 / Anfang 2011 (in der Region Bundaberg, Rockhampton, Toowoomba). In Rockhampton fielen binnen 4 Wochen über 500 Liter Regen pro Quadratmeter, viermal so viel wie sonst üblich.

Gudrun Rosenhagen vom Maritimen Monitoring Center des Deutschen Wetterdienstes (DWD) lies am 7. Januar 2011 mitteilen, dass sie damit rechne dass die aktuelle La Niña-Situation noch mindestens bis März 2011 anhalte.

Die La-Niña-Phase 2010/11 gilt als die stärkste seit 1917. 1973 bis 1976 wechselten verschiedene La Niña-Phasen nahezu übergangslos einander ab. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) war 1974 das nasseste jemals registrierte Jahr in Australien. 1998 war das letzte ähnlich starke La Niña-Ereignis. Anno 2000 war auch ein La Nina-Jahr aber mit viel geringerer Auswirkung. Schwächere Phasen von La Niña sind auch auf der deutsprachigen Wikipedia-Seite dokumentiert.
Wikipedia DE: La Niña


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Wirbelstürme / Zyklone in Australien.
 


 
 
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